Verdrängung – Wie Angst, Trauer und Zweifel in Dir weiterlebt

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Wir Menschen erleben und gestalten unser Leben zu 90% durch die gespeicherten Erfahrungen in unserem Unterbewusstsein. Von Alltagsabläufen, wo der Autopilot nützlich ist, bis zur Partnerwahl und Karriereausrichtung. Letzteres fällt uns erst auf, wenn es doch nicht so läuft, wie wir uns das bewusst gedacht und gewünscht haben – und es wieder der Griff ins Klo ist. Immer wieder dasselbe Schema!? Kann doch nicht sein! Doch, wenn wir der Ursache dafür nicht auf den Grund gehen – sondern sie nur dahin schicken. Diese Verdrängung wählen wir bewusst. Ja, wir sind unsere eigenen Drahtzieher, wenn wir unser empfundenes „Missglück“ nicht anschauen wollen. Und so geht das Ganze eben weiter im Kreise seinen Gang. Der Kreislauf kann durchbrochen werden, indem Du Dich dem zuwendest, was bisher in den Schatten verdrängt wurde. Alte Themen, die sich unfreundlicherweise wiederholen, haben eine Ursache. Diese wirken und zeigen sich fortlaufend unter anderem durch Angst, Trauer und Zweifel, wenn sie nicht ans Tageslicht kommen. Ein heilender Weg, der freilegt, was Dich wirklich ausmacht, denn unter dem Missglück liegt auch Dein Glück und Deine Gaben vergraben!

In diesem Artikel lernst Du die Wirkungsweise Deines Unterbewusstseins kennen und verstehen. Die Merkmale, woran Du unbewusste Auslöser erkennen kannst und den Weg raus aus dem Trampelpfad zeigen Dir, was Dich in der Praxis des Wandlungsprozesses erwartet.

Verdrängung als Mittel der Wahl – der Blick zurück

Ein oft unliebsames Thema, an dem nach meiner Erfahrung absolut kein Weg vorbei geht, wenn es um eine nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung geht: Die ersten Jahre Deines Lebens! Hier beginnt sich Dein Gehirn alles zu merken, was wichtig ist, um in der vorhandenen Umgebung gut durchzukommen.

Sicherheit und Zugehörigkeit sind das Allerwichtigste!

Um das zu gewährleisten, hat sich Dein Geist fokussiert ausgerichtet: Was darf ich tun oder lassen? Wie sollte  ich mich verhalten und was ist das Ergebnis daraus? Ob Belohnung oder Konsequenz – Ich lerne wie hier der Hase läuft! Bis hierhin noch alles soweit ok. Doch es geschehen in unserer aller Kinderleben auch Momente, mit denen wir als kleine Menschen allein nicht gut umgehen können. Wir wissen nicht auf Anhieb oder Instinkt, was wir mit unseren Gefühlen anstellen sollen. Dafür brauchen wir eine Co-Instanz: unsere Eltern. Im besten Fall helfen sie uns, sodass wir bei Freude nicht komplett hysterisch werden und bei Trauer und Angst nicht in eine Lethargie fallen. Was passiert aber, wenn diese Instanz nicht verfügbar ist?

Wir sind in unserer Kindheit oft auf uns allein gestellt!

Ob gewollt oder ungewollt, in den früheren Generationen war das Bewusstsein der Eltern für ein kleines Kind viel weniger offen als heute. Dem Kind wurde antrainiert, was es zu tun hat und wie es sich zu fügen hat. Das klingt hart – das ist es auch! Aufgrund von Unkenntnis und eigenen Themen haben die wenigsten Eltern Mitgefühl und Verständnis für die Zartheit eines kleinen Menschen. Völlig überfordert und auf sich allein gestellt müssen Kinder ihren eigenen Weg finden, vor allem mit besch*** Situationen umzugehen. Der menschliche Geist hat dafür eine Paradelösung zur Hand: Der Schmerz wird unverarbeitet ins Unterbewusste verdrängt. Die Angst runtergeschluckt. Die Trauer im Keim erstickt. Doch dadurch sind diese Themen nicht weg. Sie sind nur woanders – im Emotional- und Körpersystem gespeichert – und  klopfen an, wenn die Zeit dafür reif ist.

Verdrängung als Mittel der Qual – der Blick ins Hier & Jetzt

Mir berichten viele Menschen sinngemäß Folgendes:

„Ich konnte mich irgendwann einfach nicht mehr gegen meine inneren Gefühle wehren!“

Für mich ist diese Aussage ein spannendes Phänomen, das mich selbst auch ereilt hat. Jahrelanges Verdrängen hat erstmal sein Gutes. Wir können mehr oder weniger solide einen ersten Lebensentwurf abseits des Elternhauses starten. Wir bauen uns was auf, sind finanziell versorgt und stapfen erste Schritte in die selbstbestimmte Welt. Klingt schön! Doch die entscheidende Frage ist doch:

Wie fühlt sich DEIN Leben an?

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen in die Riege der Menschen, die es wirklich so fühlen und die, die es sich so sehr wünschen, aber…

  • innere Stimmen erzählen Dir was anderes
  • ein Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit verschleiern die Sicht
  • diffuse Angst und Zweifel begleiten Dich durch den Alltag
  • innere Erfüllung und Zufriedenheit sind nicht in Reichweite

So ist es eben? Ja, mit der Einstellung kannst Du Dich natürlich zufrieden geben und das Mittel der Qual weiter nutzen. Doch es ändert die Gefühle nicht. Sie werden eher lauter und drängen über vielerlei Wege dazu, endlich ins Bewusstsein zu rücken. Sie bitten darum nicht freundlich – sie hauen es uns um die Ohren! Eine bewusste Zuwendung und Lösung dieser Themen hat bahnbrechende Effekte auf Dein Leben!

Erkenne Verdrängung in Deinem Alltag

Folgende Merkmale zeigen sich, wenn sich verdrängte Themen ihre Bahnen suchen:

Dein Körper – the one and only! Dieses Meisterwerk hat alles geschluckt und in den Zellen zwischengespeichert, was in Kindertagen nicht verarbeitet werden konnte. Zahlreiche chronische Krankheiten haben einen direkten Draht zur Psyche. Das Buch „Heile Deinen Körper“ zeigt einen Überblick dazu und ist leicht verständlich, um sich erste Themen bewusst zu machen.

Deine Gemütslage – Innere Unruhe, ständiges Gedankenkreisen und Nervosität zeigen eine Seite von innerem Rumoren. Aber auch Abgeschlagenheit, Erschöpfung und Lustlosigkeit sind Kennzeichen. Es sind alles keine Gefühle, die sich stimmig und wohlig anfühlen. Vielleicht spürst Du auch, dass irgendwie nichts so wirklich zusammen passt. Selbst wenn Du die Empfindung  auf einen Auslöser – wie z.B. viel zu viel Arbeit oder Stress in der Partnerschaft – zurückführen kannst, dann hast Du ggf. die Arbeit als Verdrängungsmechanismus genutzt (oft bei Burnout der Fall) oder in der Partnerschaft eine Reinszenierung Deiner Eltern-Kind-Erfahrung erschaffen.

Hohe Ablenkungsrate – Neben der Arbeit ist gerade Social Media, Streaming, aber auch ständige Feierei und Unternehmungen ein Indiz für eine Verdrängungstaktik. Du tust es nicht, weil Du es bewusst entscheidest und Dich richtig darauf freust. Nein, Du brauchst es, um…. Was fällt Dir hierzu ein?

Umfeldkonstellation – Wir wählen nicht bewusst, mit wem wir uns zusammentun! Wir neigen zu dem, was wir kennen. Gerade unter Partnern finden wir häufig unsere Mütter und Väter wieder. Sind mit ihnen unverarbeitete Themen verbunden, kann das extrem schmerzhaft und auch toxisch werden. Es kann aber auch ein Aufräumanöver im Doppelpack werden, wenn beide bereit sind, sich die eigenen Themen anzuschauen und erkannt wird, wo es herkommt. Ein Feld für sich, das ich nochmal separat aufnehmen werde. Auch abseits der privaten Wände spiegeln Dir die Menschen Themen wieder und berühren in Dir Wunden, die noch nicht geheilt sind.

Triggermomente – Trigger sind Auslöser, wie das Drücken auf einen blauen Fleck. Du kennst vielleicht Momente, wo Du von jetzt auf gleich in einer anderen Gefühlslage warst. Das geht im Positiven wie im Negativen blitzschnell! Das Positive nehmen wir natürlich gern hin. Das Negative weniger, doch diese Momente sind bewusst erkannt absolut GOLD wert! Sie sind die Flashback-Knöpfe in denen Du in das Empfinden aus Kindertagen springst. Das System holt die alten Schutzmechanismen raus, um sich zu verteidigen – schneller als Du gucken kannst. Welche waren Deine? Angriff, Flucht, Starre oder Nachgiebigkeit? Hierzu wird es einen eigenen Beitrag geben!

Allgemein kann alles als Merkmal gesehen werden, wo sich Dein aktuelles Verhalten, Gefühl und die damit verbundenen Lebensmeilensteine weit weg von dem befinden, was Du Dir eigentlich wünschst. Und dieses „eigentlich“ kann sich in Handfestes wandeln!

Zuwendung als Mittel der Neuwahl – der Blick nach vorne

Mir fällt beim Schreiben immer wieder auf, dass das alles nicht „mal eben so zack“-Themen sind! Wenn Du hier nachhaltig für Dich sorgen möchtest, braucht es wirklich Zeit und Hingabe – für Dich selbst – um die Muster im Kern zu verstehen und zu integrieren. Kern der Wandlung ist, genau das ins System zu geben, was damals gefehlt hat. Das ist vor allem Verständnis für das kindliche Denken und Fühlen. Was genau das heißt, beschreibe ich im Artikel „Mitgefühl für Dein inneres Kind“.

Reflektionsfragen:

Verspürst Du in Dir ein Gefühl, das nicht zu Deinem eigentlichen Leben passt? Wie würdest Du es beschreiben?

Welche Merkmale kommen Dir bekannt vor? Mit welchen „Wehwehchen“ hast Du Dich ggf. bereits abgefunden? Was hast Du noch als gegeben akzeptiert, obwohl Du es Dir anders wünschst?

Kannst Du bereits Verständnis für Deine Innenwelt aufbringen? Wie sieht das genau aus?

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HANNAH KRAFT

Emotion & Entfaltung
gestatten statt verpacken!
Als Trauma-erfahrene & psych. Beraterin und Coach begleite ich Dich gern durch Deinen inneren Schatten ins Licht.

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