Angst vor Ablehnung I Wenn wir Distanz wahren, damit keine Zurückweisung droht

BEITRAG TEILEN:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen
Höre diese Folge alternativ auch auf Apple Podcast oder YouTube!

Lieber Mensch,

zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehört die Zugehörigkeit. Gekoppelt mit Sicherheit gibt sie einem Neugeborenen ein gutes Gefühl, hier auf den richtigen Planeten gelandet zu sein. Urvertrauen wächst bereits mit dem Heranwachsen im Mutterleib. Wenn hier bereits Störungen geschehen sind, ist die erste Basis der menschlichen Stabilität ebenso gestört. Nicht zuletzt tragen auch die Erfahrungen der ersten Lebensjahre im großen Maße dazu bei, ob wir uns willkommen fühlen oder nicht. Falls dem nicht so ist, erfahren wir Ablehnung – einfach weil wir sind. Eine Tragödie, die viele Spuren im weiteren Leben mit sich bringen. In diesem Artikel beschreibe ich meine Erfahrungen und Ausläufer dazu inkl. des Wegs, der aus dieser grundlegenden Falschinformation wieder rausführt.

Wie Angst vor Ablehnung entsteht

Es gibt so viele Situationen, in denen wir Angst vor Ablehnung spüren können. Neue Menschen kennenzulernen, ist nicht für jeden mit purer Neugierde und Vorfreude verbunden. Für mich war es früher immer mit gemischten Gefühlen verbunden. Ein Teil in mir wollte unbedingt und ein andere zog sich innerlich zurück. Bloß nicht, wer weiß… Angst vor Ablehnung entsteht auf dem Erlebnis, bereits Ablehnung erfahren zu haben – und zwar so grundlegend, dass es sich nicht einfach so von der Schulter pusten lässt. Das Gefühl des Willkommenseins hängt sehr stark mit dem eigenen Selbstwert zusammen. Worauf sollen wir es als kleine Menschen auch sonst beziehen? Wir haben faktisch keine Ahnung, was unsere Bezugspersonen genau umtreibt. Sie wissen es vielleicht selbst nicht und werden es uns auch nicht erklären. Zwangsläufig kommen wir auf die einzig logische Schlussfolgerung:

Wenn meine Eltern mich nicht wollen, kann es nur an mir liegen!

Kaum ein Kind lässt das kalt! Dabei sind die Ursachen teilweise sehr offensichtlich wie beispielsweise eine Adoption, wie ich es erfahren habe. Vieles bleibt aber auch unter dem Teppich. Es gibt immer wieder die Rückmeldungen, dass jemand dachte, eigentlich eine gute Kindheit gehabt zu haben. Doch heute umtreiben Ängste und Bindungsprobleme den eigenen Weg. Im Laufe der Gespräche oder auch beim Channeling kommen dann ganz subtile Informationen an die Oberfläche, dass da doch etwas Unterschwelliges vorgefallen ist. Es können die äußeren Umstände gewesen sein, die die werdenden Eltern nicht zum Jubeln gebracht hat. Vielleicht gab es auch gar keine stabile Beziehung und in der Mutter brach die pure Überforderung aus. Und selbst wenn Du als Kind ein absolutes Wunschkind gewesen bist, können auch unaufgeräumte Themen bei den Eltern dafür sorgen, dass die Stimmung kippt.

Unbewusste Ablehnung: Kinder reaktivieren die eigene Kindheit!

Es ist ein weit verbreiteter Anspruch zu sagen: „Ich mache es ganz anders als meine Eltern!“ Wenn die eigenen Wunden aus der Kindheit nicht aufgeräumt werden, wird es nicht passieren. Das Unterbewusstsein wird einem spätestens nach der Familiengründung die innere Wahrheit vor Augen führen. Wir sehen uns im Kind wider – als kleines Wesen, das wir selbst einmal waren. Hier entscheidet sich, wie wach wir sind – und wie wach unsere Eltern waren. Wir können in einzelnen Situationen oder im gesamten Verlauf unterschwellig energetische Ablehnung erfahren haben, wenn wir Wunden bei den Eltern berührt haben. Einfach weil wir bedürftig waren, weil wir Nähe wollten, weil wir die Welt entdecken wollten – und die Bezugspersonen nicht kindgerecht mit diesen völlig normalen Grundbedürfnissen umgehen konnten. Anbei ein paar (unbewusste) Beispiele:

  • Die einsame Mutter reagiert auf die natürliche Expansionsphase des Kindes mit Liebesentzug.
  • Das Geschwisterkind steht an erster Stelle und wird oft vergleichend gelobt und anerkannt.
  • Der emotionale Zugang zum Kind fehlt, da das Elternteil selbst keine emotionale Verbindung erlebt hat.
  • Kinder „gehören halt einfach dazu“ und werden gleichzeitig geparkt – auch im Beisein.

In all diesen Fällen steht nicht zwangsläufig eine bewusste Entscheidung der Eltern im Raum. Du weißt genauso gut wie ich, wie unbewusst wir uns verhalten, fühlen und denken können. Für das Kind ist es dennoch eine pure Bestrafung mit völliger Ahnungslosigkeit, was es denn falsch gemacht hat. Nichts! Und doch entsteht in der Tiefe neben der Angst vor Ablehnung eine schmerzhafte Wunde, die ein offenes Kind mehr und mehr verschließt, zur Anpassung zwingt oder in die Isolation treibt. Ein Verhalten das wir dann auch im Erwachsenenalter wiederfinden.

Im Hier und Heute: Angst vor Ablehnung zulassen und wandeln

Eine einfrierende Kraft, die einen immer wieder in den Bann zieht. So würde ich diese Angst beschreiben, wenn sie mich von schönen Erfahrungen ferngehalten hat. Von Nähe, Liebe und Geborgenheit, die ich in der Kindheit viel zu wenig bekommen habe. Von Freundschaften, die mit Respekt und Freude gestaltet werden. Von der inneren Zuversicht, dass die Welt mich gewollt hat und das Leben für mich ist. Heute stehen die Tore weit offen und doch… zog mich die Angst wieder zurück. Das eigene Herz ist gepanzert mit einem Schutzwall:

Damit mich niemand ablehnt, komme ich allen zuvor!

Menschen, die sich in der Tiefe abgelehnt fühlen und genau das auch erfahren haben, lehnen selbst ab. Ihr eigener Schutzmechanismus kann Wunden bei anderen Menschen verursachen, Türen schließen und das Leben zur One-Human-Show werden lassen. Alles aus verständlichen Gründen! Sich vorzustellen, dass ein „greifbares“ Erleben in der Nähe der Geschehnisse mehr weh tut als die Isolation, können wohl nur Erfahrene nachvollziehen. Gleichzeitig ist der Leidensdruck groß. Ich konnte mir selbst nie komplett weiß machen, dass ich gerne nur allein bin, mir soziale Kontakte nicht so wichtig sind und ich besser allein klar komme. Der Schutzmechanismus wählt diese Worte und gibt alles, um vor einer erneuten Verletzung sicher zu sein. Klappt auch, doch nimmt es auch die Freude am Leben, die eh bereits unterrepräsentiert ist.

Die Angst ist eine Schutzfunktion und steht wahrlich vor der Wunde, abgelehnt worden zu sein. Sie zu heilen bedeutet den Schmerz zu fühlen. Und vor allem auch, Dich nicht selbst für diese Angst abzulehnen. Mir ist es selbst passiert, dass mein inneres Kind die doppelte Ladung abgekriegt hat. Damals durch die Adoption und meine verschlossene Mutter und ein weiteres Mal im Laufe meines Erwachsenwerdens, wo mich mein Angst nur genervt hat. Die Rolle des Entertainers war meine, damit ja nichts auffällt und ich doch nun endlich die Gemeinschaft um mich habe, die ich wollte. Der Preis war groß. Die Rolle zu spielen, bedeutete mich weiter von mir selbst fernzuhalten. Niemand kannte mich wirklich. Ich mich selbst auch nicht. Wichtiger war es mir damals, im Außen anzukommen. Als mir das alles auf die Füße fiel, erfuhr ich von meinen Freunden eins: Ablehnung.

Es kann eine harte Ernüchterung sein, zu sich selbst zu stehen bzw. mit sich selbst ehrlich zu sein. Jede Angst ist berechtigt und total ok! Sie wird ihren Posten räumen, wenn wir mit Zeit und Geduld lernen, uns selbst gegenüber willkommen zu sein – mit allem, was ist. Das Herz wieder zu öffnen – für uns selbst – um den Schmerz zu fühlen, der einst entstanden ist. Eine Furcht, die ich Dir nehmen möchte. Jede Emotion ist aushaltbar. So merkwürdig es klingen mag, im Erleben des Schmerzes ist eine Art verstecktes Lächeln enthalten. Eine innere Freude, dass der Schmerz nun endlich gefühlt wird. Pure Erleichterung stellt sich ein und eine Nähe zu Dir selbst, die nicht mehr weichen wird. So können neue Erfahrungen entstehen, die Dir das Leben schicken wird und ebenfalls nicht mehr weichen. In der passenden Dosierung, im passenden Augenblick.

Teile diesen Beitrag

HANNAH KRAFT

Emotion & Entfaltung
gestatten statt verpacken!
Als Trauma-erfahrene & psych. Beraterin und Coach begleite ich Dich gern durch Deinen inneren Schatten ins Licht.

Newsletter

Hol' Dir Kraft ins Haus!

Im Newsletter melde ich mich mit Impulsen und Angeboten für Deine persönliche Entwicklung und Entfaltung ~ energetische Impulse zur aktuellen Qualität inklusive!

Für den Start erhältst Du einen Leitfaden, der Dir beim Umgang (lernen) mit emotionalen Triggersituationen hilft. Statt uns von unseren Emotionen beherrschen zu lassen, gibt es einen nachhaltigen Weg, ihnen würdig zu begegnen und wieder klar zu werden.

Kraftpost