Mitgefühl & Dein inneres Kind – Wie Du Dich Selbst in der Tiefe verstehen & berühren kannst

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Lieber Mensch,

seit einigen Jahren gibt es unzählige Anleitungen und Übungen zur Arbeit mit dem inneren Kind. Als ich selbst damit begann, ging ich ähnlich vor: Ich befolge Anleitungen und führte Übungen durch, um an mir zu arbeiten.

Wie hört sich das an? Für mich mittlerweile eher gruselig – ja, wenig empathisch mir selbst gegenüber. In diesem Beitrag möchte ich mit Dir teilen, wie ich dieses „Konzept“ zum Leben erweckt habe, sodass es sich weder nach Arbeit anfühlt noch nach einer Methode. Im Gegenteil, mir bereitet es sehr viel Freude mich mit meinem inneren Kind zu verbinden. Es ist schließlich ein Teil von mir!

Die menschliche Psyche ist kein Konzept

Persönlichkeitsentwicklung ist Arbeit. Da müssen wir keinen Hehl drum machen. Gerade dann nicht, wenn es um eine ENTwicklung aus Verhaltensmustern geht, die einen selbst nicht dienen und gut tun. Es geht hier (fast immer) mit erlittenen Wunden, Trauma und tiefsitzenden Blockaden einher. Wenn Du Dich hier ran traust, dann ziehe ich meinen Hut vor Dir – und Du bitte auch! Es ist keine leichte Aufgabe, zu verstehen, was da in einem selbst geschieht oder geschehen ist. Und selbst wenn es ziemlich klar auf der Hand liegt, ist es noch lange nicht vom Tisch. Unsere Prägungen sind neuronale Nervenverknüpfungen im System, die für sich ihren Sinn haben. Vor allem zu jener Zeit, als sie entstanden sind. Wir können heute nicht plötzlich wie ein Klempner mit dem Werkzeugkoffer voller Techniken und Methoden die Verbindungen kappen und kurz neu verdrahten. Das wäre zwar sehr erleichternd, doch unmenschlich! Und da haben wir den wichtigen Punkt:

Wir sind Menschen – hochemotional aktive Wesen

Ausgestattet mit einem evolutionären, hochkomplexen und sehr empfindsamen System. Letzteres vergessen wir gern, weil wir viel um die Ohren haben und unsere Welt irgendwie funktionieren muss. Das denkt sich der Schutzmechanismus in uns leider auch und lässt sich beim Umbau nicht so schnell kleinkriegen. Gerade dann nicht, wenn wir mit der Brechstange – alias mit einem starken kognitiven Willen – daher kommen, dass sich jetzt bitte ENDLICH etwas ändern muss.

Es ist absolut verständlich, ein glückliches Leben in allen Facetten leben zu wollen. Die Hindernisse dürfen gehen. Unbedingt! Ein für mich entscheidender Aspekt war dabei, den passenden Angang zu finden, damit das eigene System auch kooperiert. Dein und mein Überlebensanteil mit all den Schutzmechanismen und entsprechenden Emotionen hat sich nicht ohne Grund über Jahrzehnte „so hart aufgestellt“. Das Herz war nicht sinnlos zugemauert. Die Ängste haben nicht aus purer Freude immer wieder angeklopft und in Schach gehalten. Sie haben gerettet und geschützt in einer Zeit, wo keine anderen Mittel zur Verfügung standen. Das wollen sie weiterhin, solange sie nicht wissen, dass die Gefahr vorüber ist. Diese Stimmen wahrzunehmen und ernsthaft anzuhören, war mein Hebel für den Aufbruch. Und das hat Zeit gebraucht.

Das innere Kind braucht keine Anleitung – nur Verständnis

Was ich damit sagen will, in Dir existiert kein Konzept, mit dem Du anhand einer Anleitung irgendwie lernen musst umzugehen. Es gibt keine bestimmte Abfolge oder Bedienungsknöpfe, die Du drücken kannst. Alle Ratgeber und Übungen sind natürlich – genauso wie dieser Text – ein Versuch, dir „die Sache“ näher zu bringen. Jedoch handelt es sich bei Dir um keine Sache. In Dir ist ein Anteil lebendig, der diese Zeit damals nah, ungefiltert und in purer Emotionalität erfahren hat. Mit all dem Erlebten, was Spuren in Dir hinterlassen hat. Gegen neue Spuren, sprich neue Verletzungen wollen wir uns heute weiterhin mit den damals erlernten Verhaltensmustern schützen.

Vielleicht magst Du es Dir vor Augen führen, wie tragisch diese Geschichte ist!

Allein diesen Satz wirklich wahrhaben zu können, bringt Deinem System eine enorme Erleichterung.

Ein kleines Wesen – gerade in den ersten drei Anfangsjahren und vor der Geburt – hat keinerlei eingebauten Schutz um sich. Es erfährt alles 1 zu 1 und hat keine Möglichkeit zu reflektieren, sich zu wehren oder abzuwenden. Es ist zu 100% ausgeliefert und entwickelt daraufhin Ängste, Blockaden, Schutzmauern, Anpassungsverhalten, Abspaltung oder viele andere Mechanismen, um sich vor tiefstem Schmerz bzw. der Vernichtung der eigenen Persönlichkeit zu schützen. Das ist eine wahre Mammutleistung, die wir als Erwachsene erkennen und würdigen dürfen. Und dieses kleine Wesen – das bist DU!

Dein inneres Kind kooperiert, wenn Du Dich einlässt

Bei mir hat es ein wenig Zeit gebraucht, zu realisieren, dass ich da ein kleines Wesen in mir trage, das wirklich all diesen Schrecken erlebt hat. Es mag merkwürdig klingen, doch ich habe mich damals so stark emotional abspalten müssen, dass ich diese Puzzleteile über eine längere Zeit erst einmal wieder zusammenführen musste. Das geht vielen Menschen so! Mein inneres Kind war misstrauisch gegen alles und jeden – ja sogar gegen mich als erwachsene Instanz. Was soll sie mir auch plötzlich glauben, wenn ich an einem Tag in ihrem Leben mich zu ihr niederknie und ganz zart „Hallo, kleine Maus!“ sage. Wo ich doch jahrelang alles verdrängt hatte und mir meine Tiefen nicht anschauen wollte. Wenn Dir Dein inneres Kind also nicht sofort freudestrahlend auf den Schoß hüpft, weil es endlich gesehen wird, gebt Euch Zeit für eine sanfte Annäherung. (Das ist oft mit viel Übung verbunden, wenn wir es selbst nie erfahren haben – dazu bald ein eigener Artikel zu „Mitgefühl & Annahme“.)

Beständigkeit geht hier vor Erfolgserlebnis!

Als würde ganz real ein kleines Mädchen vor mir sitzen, sitze ich jeden Tag mit ihr zusammen. Das hat keine festen Regeln und braucht keine Anleitung. Ich spüre hinein – gerade natürlich dann, wenn sich etwas unruhig anfühlt. Das ist alles! Das ist der Kern des Ganzen – Dich selbst beobachten und ein Gefühl für Dich entwickeln!

Mit der Zeit habe ich eine Stimme in mir erkunden können, die wie ein kleines Kind spricht. Diese Stimme erzählt genau, was ihr weh tut, was sie nicht mag, an was sie (fälschlicherweise) glaubt und wie doof alles war. Richtig so! Beobachte Dich, stelle Dir selbst Fragen:

  • Wie geht es mir gerade? Was beschäftigt mich?
  • Welches Gefühl zeigt sich, bei dem Gedanken an (eine unangenehme Situation)?
  • Was sagt mein inneres Kind zu diesem Gefühl (ein Glaubenssatz kommt meist hoch)?
  • Oder wenn ein Glaubenssatz kommt: Wie fühlt sich das an?
  • An wen oder was erinnert mich diese gegenwärtige Situation? Gibt da etwas aus meiner Kindheit?
  • Wie habe ich mich damals verhalten (können)? Was war mir nicht erlaubt oder möglich?

Mit all den Antworten kommen dann auch Stück für Stück die tiefsitzenden Emotionen hoch, die endlich abfließen wollen. Schaffe Dir hier einen sicheren Rahmen für Dich, um Dich darin behutsam zu begleiten.

Dieser Prozess findet natürlich auch in Therapiesitzungen statt (tiefenpsychologisch), doch nicht jedem ist das Glück auf einen Platz vergönnt und nicht jeder Therapeut arbeitet so. Wenn Du Dir an diesem Punkt Begleitung wünschst, melde Dich auch abseits vom Channeling gern bei mir. Ich kann Dir viel aus meiner Erfahrung mitgeben, damit Du diese Verbindung heilsam aufbauen kannst. Channeling würde Dir dazu verhelfen, zu erkennen, was Dein inneres Kind bedrückt und so den ersten Draht herstellen.

Befreie Dein inneres Kind und lass es leuchten!

Übersetzt kann man sagen, dass das innere Kind dem eigenen Emotional-System entspricht, mit all den Erinnerungen, die es erlebt hat. Es ist wirklich ALLES in uns – sprich im Körperzellsystem und im emotionalen Gedächtnis – gespeichert und wirkt sich in unserem Leben aus. Wir kämpfen, mauern, ziehen uns zurück, erleiden immer wieder Niederlagen oder fühlen uns nie sicher. Doch dieser Schutzpanzer ist nicht das einzige, was Du hast! Hinter all dem Kampf steckt Deine Persönlichkeit, die Du entdecken kannst. Wenn sich Dein System langsam beruhigt und Emotionen abfließen, dann kommt etwas zu Tage, womit Du Dich wirklich als lebendig bezeichnen wirst – Dein eigenes Selbst, was sich wie zuhause anfühlt. Ich werde dazu weitere Artikel als Motivationslektüre verfassen 🙂

Es braucht Dich als einen verlässlichen und vertrauenswürdigen Zuhörer, der sich mit viel Liebe und Verständnis diesem Kind zuwendet. Vermutlich etwas, dass dieses Kind viel zu wenig oder nie erfahren hat. Wir können für uns in dieser Verbindung selbst sehr viele neue Referenzerfahrung schaffen und für uns selbst da sein! Ich spreche hier aus reiner Erfahrung: Dieses „Konzept“ führt wirklich gelebt nur zu eins:

Selbstliebe auf eine bedingungslose und würdevolle Weise!

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HANNAH KRAFT

Emotion & Entfaltung
gestatten statt verpacken!
Als Trauma-erfahrene & psych. Beraterin und Coach begleite ich Dich gern durch Deinen inneren Schatten ins Licht.

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